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  • litschiaugwil

Prêt-à-porter

Als ich dieses Wort zum ersten Mal an einem Modegeschäft gelesen haben, war mein erster Gedanke: Na, das hoffe ich doch sehr, dass die Kleider «bereit zum Tragen» sind. Schliesslich will man nicht die einzelnen Teile kaufen. Diese drei kleinen Wörter, zeigen aber eigentlich ein Teil der Industrialisierung der Modegeschichte auf.


Der Begriff «Prêt-à-porter» hat sich in den XXer Jahren etabliert. Die Kleider wurden in Massen hergestellt. Es war nicht mehr so, dass die Kleider nach dem Menschen gemacht wurden. Nein, der Mensch musste sich an die Kleider anpassen «rentrent dans le moule» wie man auf Französisch sagt.


Früher wurden die Kleider vom Schneider nach den Massen der Frau oder des Herrn geschneidert. Man konnte nicht in den Laden gehen, wenn man gerade Lust hatte auf ein neues Kleid. Man musste warten, bis es angefertigt war und freute sich sicher darauf.


Wäre es nicht gut, wenn wir wieder auf ein Kleidungsstück warten müsste? Es würde meiner Meinung nach mehr geschätzt und nicht bei jedem kleinen Fleck ein neues Stück bestellt werden. Aber ich muss mich selber sprichwörtlich «an der Nase nehmen», denn auch ich komme viel der Versuchung nach, mal wieder etwas Neues zu kaufen, obwohl mein Kleiderschrank voll ist.


Wenn in Schlössern alte Kleider ausgestellt werden, betrachte ich immer wieder mit Staunen diese Wunderwerke. Mehrere Lagen Stoff die von Hand aneinandergenäht wurden, mit wunderschönen Stickereien verziert. Die Spitzen wurden noch von Hand geklöppelt oder gestickt. Arbeitsmethoden die heute nur noch selten jemand beherrscht.


Die mir noch bekannten Modeschöpfer wie Coco Chanel, Yes Saint Laurent oder auch Dior haben die Mode in den 60er und 70er beeinflusst, mit schöner tragbarer Mode.

Die heutigen angesagten Modeschöpfer, entwerfen Kleider, denen mir ein ungläubiges Kopfschütteln hinterlässt. Mein erster Gedanke ist dann immer «wer soll denn das Tragen?» Die gezeigten Kleider sind so «spezielle» und überhaupt nicht alltagstauglich und das Mannequin ist immer noch so mager, dass man Angst hat, sie bricht nächsten zusammen.



Französinnen haben in der Welt den Ruf, graziös, schlank und gepflegt zu sein. Was bei einigen sicher zutrifft. Frauen, die zum Frühstück «Croissant» essen können, ohne zuzunehmen und jeden Abend Wein trinken, ohne je ein «Schwips» zu haben. Was für eine schöne Vorstellung.

Wir wissen aber alle, dass der Grossteil des weiblichen Geschlechts immer etwas kämpft mit ihren zu vielen Pfunden, damit sie diese «prêt-à-porte» Mode tragen können.



Wir finden dass das Leben zu kurz ist, um zu hungern und deshalb gönnen wir uns ab und an einen guten Wein und geniessen es, das feine Croissant zum Frühstück.


Ganz liebe Grüsse aus dem schönen regnerischen Frankreich


Margrith&Robert

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